Jean Ziegler

Jean Ziegler bei einer Lesung im Münchner Literaturhaus

Wir trauern um den am 10. Juni mit 93 Jahren verstorbenen Jean Ziegler, den Soziologen und UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung. Er war ein großer und aufrichtiger Kämpfer für Menschenrechte und gegen den Hunger in der Welt.

Alles was das Böse braucht, ist das Schweigen der guten Menschen.“

Sein zentraler Leitsatz war:

Ein Kind, das an Hunger stirbt, wird ermordet“

Auf den Trommler der Empörung wurde ich vor vielen Jahren aufmerksam und bewunderte die klaren Worte, die er immer fand.

Eine wunderbare Würdigung schrieb Heini Staudinger im aktuellen „Brennstoff“ mit einem Abschiedsartikel, unter dem Titel „Gracias a la vida – Gracias, Jean Ziegler“ zitiert Heini, wie er immer Mut gemacht hat.

Zieglers Bücher „Wie kommt der Hunger in die Welt – ein Gespräch mit meinem Sohn“, “Wir lassen sie verhungern – die Massenvernichtung in der dritten Welt“, „Ändere die Welt – warum wir die kannibalische Weltordnung stürzen müssen“ hab ich fast alle gelesen und viele stehen auch bei uns in der Bibliothek im Café.

Als Jean Ziegler von meiner Arbeit für den UN-Menschenrechtsausschuss gehört hat, rief er mich eines Abends an, gratulierte mir und bat mich, nicht nachzulassen. Ans Telefon zu gehen und zu hören „Hier ist Jean Ziegler“, das war für mich einer der größten Momente in meinem Leben. Ich konnte es kaum glauben. Wir haben danach noch öfter zusammen telefonieren dürfen.

Empfehlen und ans Herz legen kann ich sein letztes Buch „TROTZDEM – Warum ich die Hoffnung auf eine bessere Welt nicht aufgebe!“ Es ist wohl sein Vermächtnis und er wird uns sehr fehlen.

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