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Liebe Freundinnen und Freunde,

Was wir essen, verändert die Welt!

Grad beim „Mittagessen“ dachte ich darüber nach wie die Überschrift dieser Mal lauten soll. Ich stehe am Kühlschrank und mache ein Glas Frischkäsekugeln aus dem Farchacher Demeter-Bauern-Hofladen auf, zusammen mit selbstgemachter wunderschöner Butter mit Motiv vom Model drauf (diesmal Vögel) und einem frischen Vollkorn-Bauernbrot, das eine der ladenbeteiligten Bauernfrauen immer selbst backt. Das beste Brot der Welt!
Und dann fällt mir der Glasdeckel ins Auge worauf steht:
„Was wir essen verändert die Welt“.

Wie wahr! Wir haben es in der Hand, ob wir Schokolade mit Kinderarbeit kaufen, tiefgefrorene Erdbeeren ganzjährig ins Müsli unserer Kinder streuen, ob wir bei Lidl/Aldi und wie sie alle heißen, Obst und Gemüse mit verbotenen Pestiziden mitnehmen.

(Zwei Drittel aller Produkte enthielten in Europa verbotene Ackergifte – darunter viele Eigenmarken sowie bekannte Produkte von Teekanne, Meßmer und Fuchs/Ostmann. REWEs „Chili-Mix" stach hervor: Unser Labor fand 22 Pestizide, davon 7 nicht zugelassen, eines sogar über dem Grenzwert. Jedes Jahr exportieren Chemiekonzerne wie Bayer und BASF über 100.000 Tonnen Pestizide, die in der EU längst verboten sind: weil sie Krebs erregen, weil sie Gewässer vergiften, weil sie unfruchtbar machen. Diese Gifte herzustellen und zu exportieren bleibt aber erlaubt. In Ländern wie Südafrika und Brasilien kommen sie auf die Felder, gefährden dort die Gesundheit der Arbeiter:innen, zerstören die Natur. Und über diesen Umweg landen sie wieder auf unseren Tellern. https://newsletter.foodwatch.de/ov?mailing=6W3OL2S7-41MTB&m2u=6W4FW3WU-6W3OL2S7-1AY9ZIX)

Oder - „ Filterkaffee mit Zucker und Milch, Cappuccino oder doch lieber einen kräftigen Espresso –Egal wie Du deinen Kaffee am liebsten trinkst, in vielen Produkten stecken als giftiger Bonus noch Pestizide drin. Darunter Rückstände mehrerer hochgefährlicher Pestizide. Im Kaffeeanbau werden bis zu 159 unterschiedliche Pestizidwirkstoffe verwendet, mehr als die Hälfte davon ist als hochgefährlich eingestuft und in der EU verboten. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie, die INKOTA gemeinsam mit Coffee Watch, Deutscher Umwelthilfe und Pesticide Action Network UK heute veröffentlicht.
Hochgefährliche Pestizide, die bei uns aus gutem Grund verboten sind, werden im Kaffeeanbau im großen Stil verwendet. Und vergiften in den Anbauländern Menschen und Umwelt. Am Ende landen die Rückstände dieser Pestizide wieder in unseren Tassen. Wir fordern: Schluss mit dem gefährlichen Bumerang! Wir brauchen ein Exportverbot hochgefährlicher Pestizide, damit Menschen in den Kaffeeanbauländern und hier endlich geschützt werden.“ https://www.inkota.de/giftexporte

Oder …. „was wir kaufen verändert die Welt“ – das gilt auch für Faire Kohle, fairen Safran, faire FlipFlops, faire Zotter-Schokolade, faire Computermäuse. Alles Produkte, die helfen und Projekte unterstützen, die der Welt und dem Klima gut tun!

Wir als Laden haben vieles davon mit dem man die Welt verändern würde, wenn man es kauft. z.B.
  • klimafreundliche faire Kohle für die Grillparty, garantiert ohne Urwaldabholzung und Ausbeutung produziert,
  • Faire plastikfreie FlipFlops aus Naturkautschuk und damit kompostierbar. Für die Kautschukproduktion – natürlich im Urwald – wird der Urwald erhalten und auch die „Ureinwohner“ dürfen dort bleiben und werden nicht vertrieben, weil sie für den Export produzieren.
  • Das neue Sortiment von ZOTTER-SCHOKOLADEN kommt immer im Juli auf den Markt. Wir haben bereits einige „Kostproben“ der neuen Sorten im Regal. Absolut OHNE Kinderarbeit und OHNE Ausbeutung von Menschen auf Kakao-Plantagen.
  • Faire Computermäuse sind grad wieder eingetroffen, nachdem endlich ein neuer Betreiber dieses Projektes gefunden wurde. Ohne Kinderarbeit beim Abbau seltener Erden, die wir für unsere Elektro-Produkte in Ländern wie Afrika abbauen. Die Bewohner dort werden dafür oft von ihrem Land vertrieben und haben keine Möglichkeit mehr, sich selbst genug für ein Überleben zu erwirtschaften. Was machen sie? Sie müssen auswandern oder ins Slum.
  • In Vergessenheit geraten ist leider auch der Safran aus Moldavien. Es ist ein Frauenprojekt, um dort ARBEITSPLÄTZE zu schaffen, damit die Menschen dort in ihren Dörfern bleiben können und eine Zukunft haben, weil wir Safran kaufen. Zum Beispiel. Das ist billiger als EUROPA ABSCHOTTEN mit viel Rüstung. DAS VERHINDERT FLUCHTURSACHEN, TOTE IM MITTELMEER usw.
  • Wir haben auch immer noch FAIRE und UMWELTFREUNDLICHE POSTKARTEN. Die vor allem aus einem Strassenprojekt mit Jugendlichen stammen, denen Fotoapparate zur Verfügung gestellt wurden, damit sie einen Verdienst haben und nicht hungern müssen. Aber auch aus anderen Projekten die damit wiederum ARBEITSPLÄTZE und ein AUSKOMMEN VOR ORT ohne Abwanderung bieten. Auch diese sind ein Beitrag, FLUCHTURSACHEN ZU REDUZIEREN.
Das sind die Lösungen, die wir brauchen und die JEDER VON IHNEN unterstützen kann, oder eben nicht. JEDER HAT ES IN DER HAND! Ob die Welt besser wird oder nicht! Alles was nicht gekauft wird – wird nicht mehr produziert.

All das und vieles mehr finden Sie bei uns. Und im Moment sitzt man auch besonders schön in unserem Cafégarten unter Feigenbaumblättern und vielen unter der Apfellast wild gebogenen Ästen unserer Apfelbäume. Jeder der reinkommt, sagt „Ein Traum!“
Kommen Sie doch mal wieder vorbei! Bis zum 31. Juli ist noch offen, dann haben wir im August SOMMERPAUSE. Und es gibt FAIREN KAFFEE ohne 159 unterschiedliche Pestizidwirkstoffe. Garantiert! Mit Biosiegel!
Einladen möchten wir Sie zum
AGENDA 21 FILMGESPRÄCH Mittwoch 15.07. 19:30 Kino Breitwand Gauting

NAWI – DEAR FUTURE ME

Nawi (Michelle Lemuya Ikeny) lebt im ländlichen Kenia, wo große Träume oft schnell enden. Sie hat eine klare Vision für ihre Zukunft, doch die bittere wirtschaftliche Not ihrer Familie zwingt sie in eine düstere Realität: Sie soll zwangsverheiratet werden. Gefangen zwischen den jahrhundertealten Traditionen ihres Stammes und ihrem unbändigen Drang nach Freiheit, sucht Nawi verzweifelt nach einem Weg. Sie kämpft nicht nur um ihr eigenes Schicksal, sondern darum, das Leben vieler Mädchen in ihrer Gemeinschaft zu verändern.
NAWI – DEAR FUTURE ME basiert auf wahren Ereignissen, auf der preisgekrönten Geschichte eines landesweiten Schreibwettbewerbs der kenianischen Teenager-Beraterin Milcah Cherotich. Der Film wurde als offizieller kenianischer Oscar-Beitrag 2025 ausgewählt, gewann einen African Academy Award für die Hauptdarstellerin Michelle Lemuya sowie 25 internationale Auszeichnungen, darunter Raindance, das Beijing International Film Festival und das LA Pan African Film Festival.
Die Erzählung spielt in der filmisch unerkundeten Region Turkana im Norden Kenias. Der Spielfilm beleuchtet das komplexe Thema der Kinderehen in ländlichem Afrika und folgt einem Mädchen, das sich uralten sozialen Traditionen widersetzt. NAWI – DEAR FUTURE ME ist ein Film über Hoffnung, Opfer und Träume, der wichtige Gespräche über Bildung und Geschlechtergerechtigkeit anstoßen möchte.
Anschleißend Filmgespräch mit Christiane Lüst
Samstag, 18.7. 14 – 17 Uhr

Repair Café im Gautinger Bahnhof

Jean Ziegler

Abschließen möchte ich in tiefer Trauer über den am 10. Juni mit 93 Jahren verstorbenen Jean Ziegler und dem Abschiedsartikel, den Heini Staudinger ihm im aktuellen Brennstoff (https://brennstoff.com/gracias-a-la-vida/gracias-a-la-vida-gracias-jean-ziegler// ) gewürdigt hat. Unter dem Titel „Gracias a la vida – Gracias, Jean Ziegler“ zitiert Heini, wie er immer Mut gemacht hat:

Alles was das Böse braucht, ist das Schweigen der guten Menschen.“

Mit Zitaten wie Ein Kind, das an Hunger stirbt, wird ermordet“ (stammt vom Schweizer Soziologen und ehemaligen UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, Jean Ziegler. Es ist der zentrale Leitsatz seines jahrzehntelangen Kampfes gegen den weltweiten Hunger.) und „Der Trommler der Empörung“ wurde ich vor vielen vielen Jahren auf ihn aufmerksam und bewunderte die klaren Worte, die er immer fand. Seine Bücher wie „Wie kommt der Hunger in die Welt - ein Gespräch mit meinem Sohn“, “Wir lassen sie verhungern – die Massenvernichtung in der dritten Welt“, „Ändere die Welt – Warum wir die kannibalische Weltordnung stürzen müssen“ hab ich fast alle gelesen und viele auch bei uns im Café stehen. Als er von meiner Arbeit bei der UNO gehört hat, rief er mich an und gratulierte mir und bat mich nicht nachzulassen. Ans Telefon zu gehen und dann kam „Hier ist Jean Ziegler“, das war für mich einer der größten Momente in meinem Leben. Ich konnte es nicht glauben. Wir haben hinterher noch öfter zusammen telefonieren dürfen.

Empfehlen und ans Herz legen kann ich sein letztes Buch „TROTZDEM – Warum ich die Hoffnung auf eine bessere Welt nicht aufgebe!“ Es ist wohl sein Vermächtnis und er wird uns fehlen.
In diesem Sinne
Brechen wir das Schweigen – und kommen wir ins HANDELN.
Mit herzlichen Grüßen und eine schöne Sommerzeit!
Eure Christiane Lüst