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Liebe Freundinnen und Freunde,
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nach unserem letzten Besuch in den Pfingstferien bei den NoCap-Hilfsprojekten ist es uns ein großes Anliegen, wieder darüber zu berichten.
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Wir haben bereits zum zweiten Mal eine große Gruppe von SchweizerInnen aus dem Umfeld der Evang. reformierten Kirche in Zürich begleitet, die sich mit eigenen Augen ein Bild von der prekären Situation der MigrantInnen in der italienischen Landwirtschaft machen wollten. Mit dabei ein Filmemacher und ein Journalist, die beide an Veröffentlichungen arbeiten.
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Gerade waren wir wieder zuhause angekommen, da erreichte uns die Meldung über den Tod von 4 Arbeitsmigranten, die in einem Auto vorsätzlich verbrannt wurden, das ihre mafiosen Vorarbeiter absichtlich angezündet hatten. Link FAZ
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NoCap Gründer Yvan Sagnet, der gegen diese unglaublichen Zustände ankämpft, hat uns aktuell dazu geschrieben:
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Die Ereignisse, bei denen vier Landarbeiter von ihren Vermittlern lebendig verbrannt wurden, nur weil sie ihre Bezahlung einforderten, zeugen von unerhörter Brutalität. Heute berichten alle nationalen und internationalen Medien darüber und schlagen das übliche, auf Bestrafung basierende Schema vor, das jedoch nicht ausreicht. Die Verhaftung dieser Vorarbeiter wird das Problem nicht lösen. Die Landwirtschaft muss in all ihren Bereichen radikal verändert werden, und dies erfordert sicherlich das Engagement aller mit konkreten und beständigen Maßnahmen. Das Engagement von NoCap geht sicherlich in diese Richtung.
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Casa Sankara
Hervè, Mbaye und Lamine haben uns wieder sehr ausführlich durch das Camp bei San Severo geführt, die Felder und die Näherei gezeigt und einen Überblick über die Grundzüge des autonomen und offen Flüchtlingslagers gegeben. Die Großküche hängt nun an der immer noch fehlenden Gasversorgung, denn mit Gasflaschen ist auf Dauer nicht viel auszurichten. Die Äcker wurden gerade erst für die Tomatenpflänzchen vorbereitet. Das heißt gleichzeitig, dass erst wieder in zwei Monaten mit Einnahmen durch den Verkauf der Tomaten zu rechnen ist. Bis dahin muss überbrückt werden.
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Vor wenigen Tagen erreichte uns die Nachricht, dass ein Inkassobüro Schulden eintreiben will und dass eine Pfändung droht. Es gib aber nichts zu pfänden! Der permanente Geldmangel hängt ständig als Damoklesschwert über Casa Sankara. Wir haben wieder erkannt, dass wir gar nicht genug Spenden sammeln können, um das Vorzeigeprojekt am Leben zu erhalten. Schon nach dem letzten Bericht hatte der Spendenaufruf Erfolg und wir waren in der Lage, "Erste Hilfe" zu leisten. Wir müssen das jetzt wiederholen.
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Gleichzeitig mit uns waren auch die Ärzte für Africa im Lager. Sie werden von der Region Apulien und und NGOs unterstützt. Der Bedarf an medizinischer Hilfe ist groß. Sie fahren von einem Ghetto zum anderen. Ehrenamtliche Sisyphusarbeit!
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Denn die jungen Männer haben oft Verletzungen oder Infektionen von ihrer Flucht mitgebracht. In schweren Fällen sorgen die Ärzte auch für eine Behandlung im Krankenhaus. Kaum Beachtung finden dagegen die vielen traumatischen Verletzungen, die durch Flucht, Folter und Diskriminierung entstanden sind. Davon weiter unten mehr...
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Casa Sankara bietet den Angekommenen (es sind nur Männer - Frauen und Kinder werden von der Gemeinde in der nächsten Stadt untergebracht) maximal eineinhalb Jahre Unterkunft, Arbeit und Unterstützung bei der Integration. Dann sollten sie so weit gefestigt sein, dass sie den weiteren Weg allein weitergehen können.
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Wichtige Bestandteile von Casa Sankara sind das große Zelt, die Musikbühne und die afrikanischen Feiern und Feste. Wir bekamen ein spontanes Trommelsolo uns zu Ehren...
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Der italienische Fernsehkanal Norba hat als Reaktion auf die Ermordung der 4 Arbeiter am 9.6. einen aktuellen Beitrag über Casa Sankara ausgestrahlt. Wer italienisch versteht ist im Vorteil, aber auch ohne ist der Inhalt einigermaßen klar.
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Lucera
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Unsere Fahrten nach Süditalien sind alles andere als ein Erholungsurlaub. Aber das Abendessen bei Alberto in der Altstadt von Lucera unter der prächtigen Bougainvillea mit typisch apulischen Antipasti und Wein gehört zu den wirklich angenehmen Momenten. Ein Spaziergang rund um den gewaltigen Dom zur belebten Piazza ist jedesmal Balsam für die Seele nach den bedrückenden Erlebnissen des Tages.
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Ghetto Borgo Mezzanone
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vor 6 Wochen waren wir zum letzten Mal im Ghetto und jetzt ist es schon wieder um 200m entlang der alten Landebahn gewachsen. Es gibt eine rege Bautätigkeit. Die Mafia baut grobe Hütten mit Blechdach ohne Wasser, Strom oder Heizung und vermietet sie teuer an die Neuankömmlinge. Dazwischen werden die Baulücken über Nacht mit Pappe, Plastikplanen und Holzbrettern oder zerschlissenen Campinganhängern geschlossen. Borgo Mezzanone galt ohnehin schon lange als das größte europäische Ghetto. Jetzt dürfte die Bewohnerzahl inzwischen je nach Erntesaison geschätzt die zehntausend erreicht haben. Niemand kann die vielen Menschen zählen. Das Ghetto ist immer noch ohne Wasser, sanitäre Anlagen und weit abseits der nächsten Stadt. Gut versteckt und unsichtbar in der Weite der Felder. Wir hören immer wieder aus erster Hand: Solch schreckliche Lebensumstände gibt es nirgendwo in Afrika. Die gibt es nur in Europa...
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Mit 20 Weißen durch das Ghetto zu gehen ist nicht immer problemlos. Es ist nicht vorhersehbar, wie die Bewohner die "Besichtigung" auffassen: Als Unterstützung oder als Sightseeing. Diesmal war es jedoch entspannt. Yven Sagnet, der uns wieder durch das Lager führte, hatte alles souverän im Griff.
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danach ein positiver Kontrast
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Voller Stolz lotste uns Yvan nach Corato in der Nähe von Bari. Dort ist in Zusammenarbeit mit der katholischen Kirche ein neues Wohnprojekt für 20 NoCap-Arbeiter entstanden, die Yvan aus dem Ghetto Borgo Mezzanone herausgeholt hat. Die Ordensschwester führt das Haus mit harter Hand und sorgt resolut für Ordnung im Männerhaushalt. Sie hat auch dafür gesorgt, dass die skeptischen und ängstlichen Nachbarn ihr Verhältnis zu den "Fremden" grundlegend geändert haben und dass es jetzt ein friedliches Nebeneinander und sogar Miteinander gibt.
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Casa Betania - das erste Haus der Würde
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Wir trafen Don Antonio, der uns durch das ungewöhnlich aufgeräumte Haus führte. Leider waren alle Bewohner beim arbeiten. Deshalb war der Aufenthalt nur kurz. Don Antonio bedankte sich für die letzte Spende, mit der die aufgelaufene Strom- und Wasserrechnung beglichen werden konnte. Wir fuhren ein Stück weiter nach Cavone und besuchten zwei weitere Wohnprojekte für Geflüchtete, aber für Familien.
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In seinem Kirchenasyl gleich neben seiner Kirche sind Familien mit ihren Kindern untergebracht, denen wir auch diesmal einen kurzen Besuch.abgestattet haben.
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Anstatt erneut die Feigenplantage zu besuchen, in der die Frauen Arbeit und Auskommen finden sollen, führte uns Don Antonio zum nächsten kirchlichen Wohnprojekt, in dem ebenfalls mehrere Familien mit Kindern leben.
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Die Kirche finanziert nur einen Teil der Integrationsarbeit, die hier geleistet wird. Der Staat ohnehin gar nichts. Wir würden uns angesichts der Mammutaufgabe einen Millionenscheck wünschen, den wir Don Antonio für seine unermüdliche Arbeit um die Menschenwürde in die Hand drücken könnten. Er setzt große Hoffnung auf uns. So bleibt uns nichts anderes übrig, als immer wieder kleine und große Spenden zu sammeln, um das Nötigste beizusteuern.
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Rossano
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Die Weiterfahrt nach Riace haben wir mit einem kurzen Strandbesuch im Ionischen Meer verkürzt. Die tapferen SchweizerInnen haben den Feiglingen von angenehm warmem Wasser berichtet. Sand hatten alle zwischen den Zehen...
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Riace
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Nachmittag um 5 Uhr kamen wir auf der Piazza vor Alessios Bar an und gönnten uns das ersehnte Bier in der Abendsonne. Es folgten zwei erholsamere Tage ohne lange Autofahrten. Wir wohnten alle zusammen in drei Wohnungen in Casa Athene inmitten des alten Dorfs mit Blick über die Hausdächer auf das Meer. Wir hatten das Glück, dass der Bürgermeister Domenico (Mimmo) Lucano überraschend doch schon früher vom EU-Parlament zurückgekehrt war und uns ausgiebig die politische Lage der Migration und Integration in Italien und speziell in Riace erklären konnte.
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Mimmo wirkte niedergeschlagen. Die letzten Jahre haben ihn sehr mitgenommen. In Riace leben nur noch wenige Angekommene. Die legendäre Willkommenskultur ist nur noch rudimentär zu spüren. Das gerichtliche Gezerre um sein Bürgermeisteramt zieht sich hin und seine Bemühungen im EU-Parlament für eine andere Migrations- und Integrationspolitik laufen gegen eine populistische Wand. Die Bewohner sind gespalten und versinken in Lethargie. Die Flucht der jungen Menschen Richtung Norditalien hat wegen Arbeitslosigkeit und wirtschaftlicher Perspektivlosigkeit wieder zugenommen.
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Die Führung durch Riace mit den Wandmalereien, der Seenotrettung-Bibliothek, den immer noch existierenden Läden und dem Palazzo Pinnarò haben zumindest eine Ahnung gegeben, wie es einmal war.
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Ghetto Tendopoli in San Ferdinando
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Wir trafen uns erneut mit Gianantonio Ricci, dem Leiter des Projekts "Spartacus" auf dem Wendehammer vor dem Ghetto Tendopoli. Mit an seiner Seite war S., ein junger Mann, der schwere psychische Problem hat. Es ist das Ghetto der Vergessenen. Gleich in der Nachbarschaft stehen die riesigen Fabriken der Obstindustrie, die zu einem großen Teil mitverantwortlich für die Ausbeutung der Arbeiter in der italienischen Landwirtschaft ist. Eine Führung durch das Ghetto scheiterte schon nach wenigen Schritten, weil einige Bewohner protestierten. Wir mussten umkehren.
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Gianantonio stellte uns das neue Hilfsprojekt vor, mit dem traumatisierte Geflüchtete geschützt werden sollen. Die Zeltstadt, in der viele körperlich und psychisch kranke und arbeitsunfähige Männer leben, soll irgendwann im August geräumt und beseitigt werden, ohne dass alternative Unterkünfte für die Bewohner angeboten werden. Sie werden sich selbst überlassen. Ein Wohnprojekt des Bürgermeisters (genossenschaftliche Farm) zur Umsiedlung kann fühestens 2027, wenn überhaupt, begonnen werden. Dieser menschlichen Katastrophe will Gianantonio mit seinem Wohnprojekt für vulnerable Menschen etwas entgegensetzen. Inzwischen hat er ein Haus gemietet, in dem S. zurückgezogen leben kann, denn er ist seelisch nicht in der Lage mit anderen auf engem Raum zusammenzuleben.
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Die erste Phase des Projekts konnten wir noch aus unserem Spendentopf kofinanzieren. Aber jetzt wird erneut Geld benötigt, um das Haus zu unterhalten und medizinische Hilfe zu ermöglichen. Die Reisegruppe sammelte spontan und konnte Gianantonio schließlich ein dick gefülltes Kuvert in die Hand drücken, um das Dringendste abzudecken.
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Es bleibt nur wenig Zeit bis zur Räumung des Ghettos, dann wird eine Welle der Hilfsbedürftigkeit über San Ferdinando hereinbrechen. Es wäre wichtig, dass am Tag der Räumung viel Presse und Öffentlichkeit anwesend ist, um zu dokumentieren, wie grausam europäische Migrationspolitik in der Praxis vor Ort ist.
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Hilfe für körperlich und psychisch besonders vulnerable Menschen
Gianantonio hat uns in einer ausführlichen Email zu seinem Projekt geschrieben: (noch einmal zur Info ein Auszug aus unserem letzten Rundschreiben)
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Fälle körperlicher und psychischer Fragilität sind unter Migranten häufig. Bereits im Dezember 2024 musste unser Projekt S.J. aufnehmen, einen jungen Mann aus Gambia (geboren 1998), der unter einer Brücke in einer Kartonhütte in Rossano-Corigliano lebte. Wir haben ihn in unserem Haus in Corigliano aufgenommen. S. hatte keinerlei Dokumente und konnte natürlich nicht arbeiten. Er half uns im Haushalt, während wir für seine Verpflegung und Grundbedürfnisse aufkamen. Nach und nach konnten wir alle seine Dokumente beschaffen. Dafür mussten wir ihn nach San Ferdinando bringen, damit ich ihn direkt betreuen konnte. Mit Hilfe unserer Anwältin konnten wir schließlich alles regeln, und seit Oktober 2025 verfügt S. über vollständige Papiere und kann arbeiten. S. ist jedoch eine fragile und wenig angepasste Person: Analphabet, sehr jung ausgewandert usw. – psychisch wirkt er etwas wie ein Kind, dem man ständig sagen muss, was zu tun ist und das man nicht allein lassen kann, weil es sonst orientierungslos umherirrt. Das Leben in unseren Arbeitsteams tut ihm gut und gibt ihm Stabilität.
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Leider ist es selbst für Menschen, die sich als progressiv bezeichnen, schwer zu verstehen, dass vulnerable Personen vor allem Menschlichkeit brauchen – noch vor allem anderen, sogar vor Nahrung brauchen sie ein Dach über dem Kopf und eine „Familie“, bei der sie sein können. Doch es liegt offenbar in der menschlichen Natur, Regeln über Menschen zu stellen. Nicht umsonst kritisierte Jesus die Pharisäer so stark, weil sie im Namen von Regeln die Menschen vergaßen.
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Genau das ist mit S. passiert: Ich konnte ein kleines Haus in Nicotera Marina finden, in dem er unterkommen konnte. Seit Ende November 2025 haben wir als Spartacus dieses kleine Haus in Nicotera Marina für S. – was natürlich zusätzliche Kosten verursacht.
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Inzwischen, da wir stärker in der Zeltstadt präsent sind, sind weitere Fälle hinzugekommen: ein junger Mann, der so schwer geschlagen wurde, dass er nicht mehr richtig gehen oder seine Hände benutzen kann; ein anderer mit schwerer Diabetes; ein weiterer, der sich bei einem Fahrradsturz das Bein gebrochen hat und mit Gips nicht in das Zeltlager zurückkehren kann.
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Es ist offensichtlich, dass das Zeltlager in San Ferdinando eine Art „Hölle“ ist, in der viele Menschen physische und psychische Probleme entwickeln. Ebenso offensichtlich ist, dass es vor Ort keine Organisation gibt (außer uns, die es zumindest versuchen), die sich um besonders schutzbedürftige Personen kümmert. Für diese Menschen reicht es nicht, ein Rezept auszustellen oder ein Bein einzugipsen: Sie haben kein Geld für Medikamente, kein Dach für die Genesung und oft nicht einmal genug zu essen.
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Daher sind wir als Spartacus zu der Überzeugung gelangt, dass wir selbst die Kapazitäten schaffen müssen – also eine Unterkunft sowie personelle und materielle Ressourcen, um vulnerable Menschen zu unterstützen, bis spezialisierte Einrichtungen gefunden werden, die sie aufnehmen können. Dieses Projekt ist natürlich kostenintensiv, aber vielleicht könnt ihr uns helfen, passende Unterstützer zu finden. Wenn ihr uns Hinweise gebt, an wen wir uns wenden können, sind wir bereit, das Projekt auszuarbeiten, Gespräche zu führen und entsprechende Anträge zu schreiben.
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Das Neue Projekt trägt den Arbeitstitel:
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"Treat me/us with care" - "Behandle mich/uns mit Sorgfalt"
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Schiffsfriedhof
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Von Riace aus sind es 20 Minuten bis Roccella Ionica. Dort gibt es einen luxuriösen Yachthafen. Ganz versteckt am äußersten Ende unterhält Frontex ein abgezäuntes Auffanglager für angekommene Schiffsflüchtlinge. Das Rote Kreuz ist anwesend aber seit Monaten arbeitslos. Denn seit vielen Monaten hat kein Schiff mit Geflüchteten mehr den Hafen erreicht und die Küstenwache hat auch keine Rettung mehr durchgeführt. Wie uns Aktivisten und auch die Mitareiter von Croce Rosso berichten, ist es völlig unklar, was mit den vielen Schiffen im Mittelmeer passiert, die immer noch unterwegs sind. Es sieht so aus, als ob die Zusammenarbeit zwischen der EU und Libyen technisch perfekt funktioniert. Es wurden ja Milliarden zur Abwehr der Boote ausgegeben. Wie es den Menschen dabei geht, die in Libyen und Tunesien zurückgehalten und eingesperrt werden, wissen wir zur Genüge. Aber das Leid, die Folter und die Ausbeutung bleiben für europäische Augen unsichtbar.
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Die Schiffe kommen meist aus der Türkei, gestohlen, schrottreif, alles ausgebaut, damit hundert Menschen darin Platz haben. Was geschieht derzeit mit diesen Schiffen im Mittelmeer?
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Ein neues "Haus der Würde" in Corigliano
Yvan Sagnet hat uns voller Stolz empfohlen, ein weiteres Haus der Würde in der Nähe von Corigliano zu besuchen, das in Zusammenarbeit mit der großen Ölmühle "La Molazza" geschaffen wurde. Wir haben den kleinen Ort auf halbem Rückweg von Riace nach Foggia besucht.
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Leider hat der Patrone unseren Besuch falsch verstanden und hat uns eine Führung durch seine Firma gegeben. Die Wohngruppe konnte nicht gezeigt werden, weil die Bewohner um diese Zeit alle beim Arbeiten waren.
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Unsere Reisegruppe haben wir am letzten Tag in ihrem Hotel in Foggia abgesetzt. Die SchweizerInnen fuhren am nächsten Morgen wieder mit dem Zug nach Zürich, Basel und Bern. Im Abschlussgespräch hatten sie schon mit der Planung begonnen, sich intensiv um die Vermarktung und Verbreitung von NoCap-Produkten in der Schweiz zu kümmern und mit Veranstaltungen zu ihrer Reise das Netzwerk der Solidarität zu vergrößern. Ein gemeinsames Treffen zur Aufarbeitung der Reise und der Vorhaben ist für Ende August angesetzt.
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Wir selbst überquerten spät abends ohne Stau den wieder geöffneten Brenner und nutzten den Sonntag um auszuschlafen.
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Danke, dass Du bis zu Ende gelesen hast!
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Denn jetzt bitten wir wieder um großzügige Spenden - nach oben keine Grenze.
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Denn auch wenn wir alle diese Projekte über den wachsenden Vertrieb der NoCap-Produkte unterstützen, reicht es bei Weitem nicht.
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Wenn Du geerbt oder mehr Geld hast, als Du brauchst, dann stelle uns bitte einen Teil davon zur Verfügung.
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Besuche mit uns zusammen die Projekte und schau Dir während unserer nächsten Projektreise mit eigenen Augen an, wieviel Gutes Dein Geld schon bewirkt hat.
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Es wird Dich garantiert glücklich machen!
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