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Liebe Freundinnen und Freunde,

Das Europa-Parlament hat sich am 17.6. für die Deregulierung der Gentechnik entschieden.
Hier finden Sie eine kurze Zusammenfassung, die Einladung zu einem Vortrag über die Folgen für Landwirtschaft, Ernährung und Natur – und was Sie jetzt tun können.

Zunächst eine Zusammenfassung vom BUND:

BUND-Pressestelle
17. Juni 2026 | 096
Neue Gentechnik: Europaparlament lässt Umwelt, Landwirtschaft und Verbraucher*innen im Stich
Die heutige Entscheidung im Europaparlament, Pflanzen aus Neuer Gentechnik zu deregulieren, kommentiert Olaf Bandt, Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND):
„Das Europaparlament lässt mit seiner heutigen Entscheidung Umwelt, Landwirtschaft und Verbraucher*innen im Stich. Die beschlossene Verordnung lässt zentrale Fragen unbeantwortet.
Unklar bleibt insbesondere, wie Umweltrisiken ohne vorherige Risikoprüfung ausgeschlossen werden sollen. Mit dieser Entscheidung können Verbraucher*innen nicht mehr erkennen, was auf ihren Teller kommt. Das ist inakzeptabel. Auch der Schutz der gentechnikfreien Land- und Lebensmittelwirtschaft ist unzureichend geregelt.
Besonders problematisch ist, dass der zunehmenden Patentierung von Saatgut – der Grundlage unserer Ernährung – kein Riegel vorgeschoben wird. Aus Sicht des Umwelt- und Verbraucher*innenschutzes sowie im Interesse der gentechnikfrei wirtschaftenden Lebensmittelunternehmen und landwirtschaftlichen Betriebe besteht weiterhin erheblicher Regelungsbedarf. Darum muss sich die Bundesregierung jetzt kümmern.“
Hintergrund: Im Juli 2023 legte die EU-Kommission einen Vorschlag für eine Verordnung zur Deregulierung von Pflanzen aus Neuen Gentechniken (NGT) vor: Ein Großteil dieser Pflanzen soll ausgenommen werden von den strikten GVO-Zulassungsverfahren und der standardmäßigen Kennzeichnungspflicht für Endprodukte; lediglich das Saatgut muss deklariert werden. Das Europaparlament stimmte mit Änderungen für diesen Vorschlag und forderte unter anderem ein Verbot von Patenten auf NGT-Pflanzen sowie den Ausschluss von herbizidtoleranten Pflanzen aus der Kategorie 1 (NGT-1). Nach der politischen Einigung im Trilogverfahren zwischen Kommission, Europaparlament und Rat im Winter 2025 hat der EU-Rat die Verordnung im April 2026 offiziell angenommen. Am 17. Juni stimmt das Europaparlament final über den Vorschlag ab. Zuvor musste es über 37 Änderungsanträge entscheiden, unter anderem zur Patentierbarkeit von Pflanzen mit Neuer Gentechnik.

Infoveranstaltung

Am 16. Juli findet in München eine kostenlose Infoveranstaltung statt, was da auf uns zukommt:
https://oekom-verein.de/veranstaltung/vortrag-dr-martha-mertens-et-al-genopoly-2-0-die-neue-gentechnik-gesetzgebung-der-eu-und-ihre-folgen-fuer-landwirtschaft-ernaehrung-und-natur/
Die Teilnahme ist auch online möglich.

Was können wir jetzt sofort dagegen tun?

Unser Bündnis Aktion GEN-Klage – ein Zusammenschluß von rund 70 Organisationen aus ganz Deutschland und darüber hinaus – hat bereits 2010 die Zulassung der gentechnisch veränderten Amflora-Kartoffel juristisch beim EUGH stoppen können. Damit war die damalige erste offizielle EU-GT-Freisetzung vom Tisch. Im aktuellen Genehmigungsverfahren haben wir uns für den Ernstfall schon seit 2 Jahren vorbereitet. Aktuell versuchen wir über Kontakte und NGOs vor Ort noch die Möglichkeit, dass ein EU-Land innerhalb von 8 Wochen ein VETO einlegt. Sollte das nicht klappen, hilft nur klagen.
Dafür braucht man Geld, viel Geld. Auch die Vorbereitungen haben schon Geld gekostet. Daher bitten wir um Ihre Unterstützung für eine auch in Zukunft gentechnikfreie Landwirtschaft und Natur für die nachfolgenden Generationen zu sorgen!
Vielen Dank dass Sie mitmachen und 20 Jahre Widerstand nicht umsonst waren! Stoppen wir Konzerninteressen, die die Zukunft dieser Erde und damit auch unserer Ernährung aktuell immer massiver bedrohen – aus reinen Profitgründen.
Mit herzlichen Grüßen und eine schöne Sommerzeit!
Eure Christiane Lüst