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Liebe Freundinnen und Freunde,
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hundertausende Tonnen Tomaten, Südfrüchte, Obst und Gemüse kommen über den Brenner zu uns und landen als Sonderangebote in den Supermarktketten. Wer von den Verbrauchern weiß schon, dass die meisten dieser Produkte mit Ausbeutung gepflanzt und geerntet werden. Aber auch wer es weiß, der greift trotzdem gern zum billigen Angebot und unterstützt so indirekt eine himmelschreiende Ungerechtigkeit. Egal, welches Produkt man aus dem Regal nimmt, es wurde mit größter Wahrschenlichkeit duch Sklavenarbeit produziert. Der Film "The pickers" zeigt in erschütternder Weise die Ausmaße dieses europäischen Skandals
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Ausbeutung ist gefühlt weit weg und doch so nah... auf unserem Teller.
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Die Landwirtschaft in den südeuropäischen Ländern könnte sich nicht gegen die noch billigere Konkurrenz aus China und Südamerika durchsetzen, gäbe es nicht hundertausende von Migranten aus Afrika und Asien, die mit mafioser Struktur versklavt, miserabel oder gar nicht bezahlt und unter menschenunwürdigen Bedingungen gehalten werden.
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Die Regierungen wissen davon, aber sie tolerieren Ausbeutung im Interesse der Wirtschaft.
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Den Meldungen in den Medien vor einigen Wochen über die verbrannten Landarbeiter folgte lediglich Entrüstung und eine Festnahme aber ansonsten ist wieder nichts passiert, was das System verbessern könnte. Es gibt zwar ein Gesetz gegen Ausbeutung aber fast keine ernsthaften Kontrollen und kaum Interesse an einer Verbesserung.
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Mit dem Vertrieb von NoCap-Produkten gehen wir einen anderen Weg: Auskömmliche Preise für Bio-Produzenten ermöglichen höchste Qualität und vor allem ein menschenwürdiges Leben für die afrikanischen Landarbeiter.
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Die Caterpillar-Lösung der Behörde
In San Ferdinando/Kalabrien haben wir jetzt erfahren, wie das peinliche Ghetto-Problem nur wenige hundert Meter von der neuen und luxuriösen Strandpromenade entfernt gelöst wurde. Das Plastikplanen-Zeltlager "Tendopoli" in der Nachbarschaft musste verschwinden.
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Es war eines der schlimmsten Ghettos, das saisonal mit bis zu 500 Afrikanern "bewohnt" war. Es wurde schon vor 2 Jahren von der Regierung aufgegeben und sich selbst überlassen. Keine Sanitärcontainer, keine Medizinversorgung, keine Abfallentsorgung. Selbst der vom Papst gespendete Sanitärcontainer war nach ein paar Wochen nicht mehr nutzbar. Dieses Lager war vor allem ein Sammelbecken für diejenigen, die krank, verletzt und traumatisiert ihr Leben nicht mehr meistern konnten. Tuberkulose und wegen schrecklicher hygienischer Zustände nicht mehr heilende Verletzungen waren an der Tagesordnung. Ärzte ohne Grenzen und Caritas waren ohne staatliche Unterstützung auf verlorenem Posten. Bei jedem unserer Besuche im Lager waren wir hautnah mit Verzweiflung und Agression konfrontiert.
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Ende Juli hat die Stadt San Ferdinando das Lager zwei Tage vor dem angekündigten Termin mit Planierraupen völlig zerstört aber nicht entsorgt. Der Bürgermeister hatte uns bei unseren letzten Besuchen versprochen, die Bewohner in eine soziale Wohnanlage mit angeschlossener Landwirtschaft umzusiedeln. Kenner der Lage sagen, dass die Anlage in kürzester Zeit wieder verwahrlost sein wird, weil es an Struktur für die Betreuung fehlt und weil von Integration weit abseits der Stadt keine Rede sein kann.
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Unser Freund Gianantonio Ricci, der Mensch hinter dem von uns unterstützten Hilfsprojekt Spartacus, der immer wieder Migranten aus dem Lager geholt hat, berichtet:
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"Die Polizei traf am Tag der Zerstörung 171 Migranten im Lager an. 6 davon hatten keine Papiere und gelten somit als "illegal", Sie kamen sofort in zwei staatliche Aufnahme- bzw. Abschiebezentren. 6 Personen wurden im Sozialwohnungsviertel Taurianova und 106 in der Sozialen Landwirtschaft Serricella untergebracht. Die Umsiedlung wurde von massiven Protesten und Übergriffen der Anwohner begleitet."
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Alle Vertriebenen durften nichts mitnehmen. Die nicht Umgesiedelten stehen jetzt wieder zusammen mit ca. 600 weiteren Menschen in der Region ohne festen Wohnsitz auf der Straße und schlafen irgendwo in Pappkartons und unter Plastikplanen.
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Gianantonio berichtet weiter, dass die Trümmer des Lagers jeden Tag von den ehemaligen Bewohnern nach ihren zurückgelassenen Habseligkeiten durchsucht werden, und um wieder Material für neue Behausungen zu ergattern.
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Was wird passieren, wenn im Herbst in Kalabrien die Orangen-, Kiwi- und die Olivenkampagnen beginnen? Dann kommen wie jedes Jahr wieder tausende weitere Wanderarbeiter von den apulischen Tomaten, den südtiroler Äpfeln oder dem toskanischen Wein in die Ebene von Gioia Tauro und gründen erneut viele Elendslager.
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In der EU werden mit Milliardenaufwand Grenzen abgeschottet, um rechte und nationalistische Wähler zu befrieden und um Wahlen zu gewinnen, während gleichzeitig eine große Zahl von Migranten dringend gebraucht werden, um die Wirtschaft am Laufen zu halten. Der gleiche Aufwand für Integration und Menschlichkeit dagegen würde Wunder bewirken und den viel beschworenen "Europäischen Werten" gerecht werden.
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Ein kleiner Erfolg
Wir haben im letzten Rundschreiben über Seeady berichtet, der stark von seiner Flucht traumatisiert und von den Lebensverhältnissen psychisch krank geworden ist. Er gehörte bis vor kurzem zu den Zurückgelassenen. Gianantonio hat ihn aus Tendolpoli herausgeholt und sich um ihn gekümmert. Jetzt lebt Seeady in einer sauberen Wohnung, wird regelmäßig psychologisch betreut und kann wieder leichter Arbeit über kurze Zeit nachgehen.
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Unsere Spenden haben das ermöglicht.
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Damit konnte Gianantonio die Miete, notwendige Möbel, Nahrungsmittel und Medikamente besorgen. Zurzeit liegt er selbst mit einem gebrochenen Fersenbein flach und muss sich fahren lassen, wenn er seinen Schützling betreut. Seeady ist aber nur einer von Vielen, die Hilfe brauchen. Wir können sie nicht einfach zurücklassen, wir müssen sie mitnehmen!
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Trotz aller Anstrengungen durch NoCap und Spartacus...
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Selbst wenn die Jungs wieder in sauberen Wohnungen leben, gerechte Arbeitsverträge, Löhne und geregelte Arbeitszeiten haben, ist nicht gewährleistet, dass sie nicht mehr gefährdet sind. Vor zwei Wochen hat sich einer der neu aus dem Ghetto Borgo Mezzanone herausgeholten NoCap-Jungs selbst das Leben genommen. Einmal konnte er noch gerettet werden, ein paar Tage später hatte er dann Erfolg. Wie hoffungslos und psychisch am Ende muss ein Mensch sein, der aus Afrika kommt, seine Familie verlassen hat und hier in einem europäischen Slum landet und von permanenter Abschiebung bedroht wird.
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Der Fall zeigt, wie wichtig das Projekt für hilfsbedürftige Personen ist.
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Wir haben die Möglichkeit zu helfen. Deswegen helfen wir!
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Damit wir helfen können, benötigen wir Geld. Der Spendentopf reicht nur noch zur Deckung der Projektkosten bis Ende September. Deshalb rufen wir erneut zum Spenden auf und hoffen auf Ihre Empathie.
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Übrigens:
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Wenn man gleich Produkte aus Fairem Handel kauft, haben Produzenten ein ausreichendes Einkommen für ein würdevolles Leben - ohne Armut und Flucht.
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