{"id":9783,"date":"2024-09-30T15:44:52","date_gmt":"2024-09-30T13:44:52","guid":{"rendered":"https:\/\/oeko-und-fair.de\/?p=9783"},"modified":"2024-09-30T15:55:34","modified_gmt":"2024-09-30T13:55:34","slug":"vegane-ernaehrung-zu-ende-gedacht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/oeko-und-fair.de\/?p=9783","title":{"rendered":"Vegane Ern\u00e4hrung zu Ende gedacht"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir unterst\u00fctzen m\u00f6glichst viele kleine, regionale und \u00f6kologische Erzeuger von hochwertigen Lebensmitteln. Unter anderem initiieren wir auch drei- bis viermal pro Jahr eine Sammelbestellung f\u00fcr Rind\/Kalbfleisch bei Franz K\u00f6gel, der sein Allg\u00e4uer Braunvieh ausschlie\u00dflich auf der Weide mit Mutterkuhhaltung h\u00e4lt und im Winter nur eigenes Heu f\u00fcttert. Er liebt seine Tiere, trotzdem muss er den Zuwachs seiner Herde regelm\u00e4\u00dfig schlachten und vermarkten. Das wird immer schwieriger, weil die Menschen entweder billiges Fleisch aus Massentierhaltung kaufen oder auf Fleisch wegen vegetarischer oder veganer Ern\u00e4hrung ganz verzichten. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Manchmal werden wir gefragt, ob wir als Umweltzentrum Fleischkonsum heutzutage noch verantworten k\u00f6nnen. Ja das k\u00f6nnen wir! Denn es gibt bei genauerem Hinsehen Zusammenh\u00e4nge, die Tierhaltung und Konsum tierischer Produkte nicht nur rechtfertigen, sondern notwendig machen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Immer \u00f6fter wird man schief angesehen, wenn man sich zum Genuss von Fleisch, Fisch, Milch, K\u00e4se und Eiern bekennt. Nicht immer hat man in der Diskussion dar\u00fcber die richtigen Argumente parat. Dieser kleine Aufsatz hilft bestimmt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Mensch ist, seit es ihn gibt, &#8222;Allesfresser&#8220; aufgrund seines Gebisses, seiner Verdauung und seines Stoffwechsels. Das hat ihn im Lauf der Evolution auch in harten Zeiten \u00fcberleben lassen. Jetzt predigen manche in unserer \u00dcberflussgesellschaft eine Abkehr hin zu rein pflanzlicher Ern\u00e4hrung. Ein Ph\u00e4nomen, das im gr\u00f6\u00dften armen Teil der Welt gar nicht existiert. Wie sollten denn J\u00e4ger,&nbsp;Fischer,&nbsp;Nomaden und Hirten dort \u00fcberleben, wo kein Reis oder Getreide w\u00e4chst, und kein Obst von den B\u00e4umen f\u00e4llt?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wenn manche Menschen <\/strong>aus Mitleid mit Tieren kein Fleisch essen wollen, dann ist das verst\u00e4ndlich und positiv anzuerkennen. Sie machen sich zumindest Gedanken&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wenn viele Menschen <\/strong>nur noch vegetarisch essen, dann k\u00f6nnte das einen R\u00fcckgang der verwerflichen Massentierhaltung mit einem kleinen positiven Effekt f\u00fcr das Klima zur Folge haben.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wenn die meisten Menschen&nbsp;<\/strong>Vegetarier oder sogar Veganer werden, dann bringt das eine Kette von schwerwiegenden Problemen mit sich.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Allerdings: wenn noch mehr Menschen<\/strong> <strong>nur noch wenig<\/strong> Fleisch-, Milch- und Eiprodukte, <strong>aber ausschlie\u00dflich aus biologischer Haltung<\/strong> konsumieren, dann hat das vielerlei positive Auswirkungen auf Klima, Artenvielfalt, Bodenfruchtbarkeit und Gesundheit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Man stelle sich einmal folgendes veganes Szenario vor:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Fleisch und Eiwei\u00df werden in Zukunft nur noch k\u00fcnstlich und in gro\u00dfem Ma\u00dfstab im Labor erzeugt und Milchprodukte werden nur noch aus Hafer und Soja in einem chemisch-physikalischen Prozess erzeugt. Genau das ist n\u00e4mlich das&nbsp;strategische Ziel, das die Nahrungsmittelindustrie gerade verfolgt. Chemiegiganten wie Bayer und BASF stehen dabei an erster Stelle.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\"><strong>Die Auswirkungen w\u00e4ren katastrophal&#8230;&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><em>&#8230; f\u00fcr die Kleinbauern:<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es g\u00e4be dann sehr schnell keine Kleinbauern mehr, sondern nur noch industrielle Landwirtschaft. Die w\u00fcrde den Ackerbau ausweiten und Gr\u00fcnland umackern. Rinder, Schafe, Ziegen und Schweine w\u00fcrden verschwinden oder nur noch im Streichelzoo zu sehen sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em><strong>&#8230; f\u00fcr die Umwelt und Artenvielfalt:&nbsp;<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weil es keine Beweidung durch Wiederk\u00e4uer mehr g\u00e4be, w\u00fcrde unsere Landschaft verbuschen und die Arten w\u00fcrden verarmen. Weniger Blumen, Gr\u00e4ser, Kr\u00e4uter hie\u00dfe gleichzeitig weniger Insekten, W\u00fcrmer und Bodenleben und weiter keine V\u00f6gel, Reptilien und S\u00e4ugetiere.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><em>&#8230; f\u00fcr den Boden:<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weil es keinen nat\u00fcrlichen D\u00fcngerkreislauf durch die Tierhaltung mehr g\u00e4be, m\u00fcsste zwangsl\u00e4ufig noch mehr energieintensiver Kunstd\u00fcnger aus Erd\u00f6l auf dem \u00c4ckern landen. Kunstd\u00fcnger ist das Ende der Artenvielfalt, des Bodenlebens, der Humusbildung. Die Fruchtbarkeit des Bodens wird degradiert, die Wasserpeicherung zerst\u00f6rt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><em>&#8230; f\u00fcr das Klima:<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die k\u00fcnstlichen Produkte werden in noch gr\u00f6\u00dferen Plantagen (Soja) angebaut, f\u00fcr die Urwald weltweit klimasch\u00e4dlich gerodet wird. Wenige globale Konzerne (Nestl\u00e9) erzeugen dann in riesigen Industrieanlagen irgendwo auf der Welt mit hohem Energieaufwand k\u00fcnstliche, standardisierte und patentierte Produkte. Sie werden haltbar gemacht, mit viel Aufwand und Plastik verpackt und mit Schiffen und Flugzeugen um die halbe Welt transportiert. Regionalit\u00e4t als Qualit\u00e4tsmerkmal spielt dann keine Rolle mehr.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em><strong>&#8230; f\u00fcr unsere Ern\u00e4hrung und Gesundheit:<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir verlieren die Souver\u00e4nit\u00e4t \u00fcber unsere Ern\u00e4hrung. In den Superm\u00e4rkten stehen dann nur noch marktoptimierte Produkte,&nbsp;von denen niemand wei\u00df, welche Allergien und Unvertr\u00e4glichkeiten die Manipulationen ausl\u00f6sen und welche Abh\u00e4ngigkeiten sich daraus ergeben. Die Chemie- und Pharmaindustrie entwickelt schon heute Nahrungs-Erg\u00e4nzungsmittel gegen Ern\u00e4hrungsm\u00e4ngel und Medikamente f\u00fcr Krankheiten die sie selbst verursacht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Zur Erg\u00e4nzung:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unser Freund Antonio Andrioli aus Brasilien berichtet aktuell passend zum Thema &#8222;Soja als Milchersatz&#8220;:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>&#8222;Sie haben sicherlich \u00fcber die Medien von den furchtbaren Br\u00e4nden der letzten Wochen geh\u00f6rt, die in der gravierenden Trockenzeit viele Bundesl\u00e4nder betreffen. Wir haben den Staub von den Br\u00e4nden auch bei uns, die Luft der meisten St\u00e4dte ist v\u00f6llig verseucht (S\u00e3o Paulo hatte letzte Woche die schlechtetste Luft der Welt, diese Woche war Florian\u00f3polis, unsere Hauptstadt in Santa Catarina, an zweiter Stelle daf\u00fcr bekannt). Es ist schrecklich zu sehen, wie kriminell die Gro\u00dfgrundeigent\u00fcmer selbst daran beteiligt sind, Feuer anzuz\u00fcnden um den Wald abzubrennen und den Raum f\u00fcr Rinderzucht und Sojaplantagen zu n\u00fctzen. Wir stehen vor dem Kollaps, nicht nur im Amazonas (wor\u00fcber sehr oft berichtet wird) sondern besonders im Cerrrado, unser zweitgr\u00f6\u00dftes Biom, wo die meisten Fl\u00fcsse des Landes entstehen und mit der gr\u00f6\u00dften biologischen Vielfalt. Nach den \u00dcberschwemmungen kommt die Trockenheit, und jetzt das Feuer&#8230;&#8220;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn Ihr wieder mal glaubt, Euch f\u00fcr Fleisch, Milch und Eier rechtfertigen zu m\u00fcssen, dann erinnert Euch an diesen kleinen Aufsatz.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und wenn Ihr wirklich gutes Fleisch und feine Wei\u00dfw\u00fcrste mit gutem Gewissen geniessen wollt, dann tragt Euch in unserem Newsletter (in der rechten Spalte) unter der Kategorie <strong>Bio-Rindfleisch Sammelbestellung<\/strong> ein. Dann informieren wir Euch \u00fcber die n\u00e4chste Bestellrunde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir unterst\u00fctzen m\u00f6glichst viele kleine, regionale und \u00f6kologische Erzeuger von hochwertigen Lebensmitteln. Unter anderem initiieren wir auch drei- bis viermal pro Jahr eine Sammelbestellung f\u00fcr Rind\/Kalbfleisch bei Franz K\u00f6gel, der sein Allg\u00e4uer Braunvieh ausschlie\u00dflich auf der Weide mit Mutterkuhhaltung h\u00e4lt und im Winter nur eigenes Heu f\u00fcttert. Er liebt seine Tiere, trotzdem muss er den Zuwachs seiner Herde regelm\u00e4\u00dfig schlachten und vermarkten. Das wird immer schwieriger, weil die Menschen entweder billiges Fleisch aus Massentierhaltung kaufen\u2026<\/p>\n<p> <a class=\"continue-reading-link\" href=\"https:\/\/oeko-und-fair.de\/?p=9783\"><span>weiterlesen&#8230;<\/span><i class=\"crycon-right-dir\"><\/i><\/a> <\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":9427,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-9783","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/oeko-und-fair.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9783","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/oeko-und-fair.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/oeko-und-fair.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/oeko-und-fair.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/oeko-und-fair.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=9783"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/oeko-und-fair.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9783\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9789,"href":"https:\/\/oeko-und-fair.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9783\/revisions\/9789"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/oeko-und-fair.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/9427"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/oeko-und-fair.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=9783"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/oeko-und-fair.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=9783"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/oeko-und-fair.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=9783"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}