{"id":10698,"date":"2026-04-14T15:49:06","date_gmt":"2026-04-14T13:49:06","guid":{"rendered":"https:\/\/oeko-und-fair.de\/?p=10698"},"modified":"2026-04-14T16:30:20","modified_gmt":"2026-04-14T14:30:20","slug":"wir-berichten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/oeko-und-fair.de\/?p=10698","title":{"rendered":"Wir berichten&#8230;"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8230;wieder einmal \u00fcber unsere Hilfprojekte f\u00fcr Gefl\u00fcchtete, Angekommene aber leider nicht Willkommene in S\u00fcditalien, die wir unter dem Begriff <strong>NoCap <\/strong>unterst\u00fctzen, so gut wir k\u00f6nnen. In der Karwoche sind wir mit einer kleinen Reisegruppe aufgebrochen um das Lager Casa Sankara und zwei Ghettos in San Severo, H\u00e4user der W\u00fcrde in Serra Marina und Terzo Cavone, die vergessene Zeltstadt Tendopoli in San Ferdinando und selbstverst\u00e4ndlich auch wieder Riace, das Dorf des Willkommens und seinen legend\u00e4ren B\u00fcrgermeister Mimmo Lucano zu besuchen und neue Hilfsm\u00f6glichkeiten auszuloten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Casa Sankara, &#8230;<\/h2>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8230; das von den beiden Senegalesen Herv\u00e8 und Mbaye autonom gef\u00fchrte Lager mit Landwirtschaft hat immer mit den gleichen Problemen zu k\u00e4mpfen. Immer besteht Geldmangel, um die sozialen Anforderungen meistern zu k\u00f6nnen. K\u00e4lte und zu viel Regen haben die Aussaat auf den Feldern verz\u00f6gert. Die Inbetriebnahme der Gro\u00dfk\u00fcche h\u00e4ngt an Genehmigungen der Beh\u00f6rden f\u00fcr die Trinkwasserqualit\u00e4t, die hohen Energiekosten verschlingen alle Einnahmen aus der Gem\u00fcsernte. Das Leben f\u00fcr die 500 angekommenen Afrikaner im Containerdorf ist zeitlich auf 18 Monate begrenzt, nicht komfortabel aber immerhin menschenw\u00fcrdig und es fehlt nicht an Arbeit, juristischer Beratung, medizinischer Versorgung und kulturellen Veranstaltungen. Casa Sankara ist ein Vorzeigedorf, das tats\u00e4chlich viele Besucher hat, die \u00e4hnliches im ganzen Land aufbauen wollen. Unterst\u00fctzung f\u00e4llt hier auf fruchtbaren Boden.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-style-default\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"578\" height=\"1024\" data-id=\"10701\" src=\"https:\/\/oeko-und-fair.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/IMG_20260328_141433-rotated-e1776158003606.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10701\" srcset=\"https:\/\/oeko-und-fair.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/IMG_20260328_141433-rotated-e1776158003606.jpg 578w, https:\/\/oeko-und-fair.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/IMG_20260328_141433-rotated-e1776158003606-169x300.jpg 169w, https:\/\/oeko-und-fair.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/IMG_20260328_141433-rotated-e1776158003606-85x150.jpg 85w, https:\/\/oeko-und-fair.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/IMG_20260328_141433-rotated-e1776158003606-339x600.jpg 339w\" sizes=\"auto, (max-width: 578px) 100vw, 578px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Mbaye und Herv\u00e8 erkl\u00e4ren uns die aktuelle Situation<\/figcaption><\/figure>\n<\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Das Ghetto Borgo Mezzanone&#8230;<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8230; w\u00e4chst wie ein Krebsgeschw\u00fcr entlang der beiden Landebahnen des alten Milit\u00e4rflugplatzes nahe Foggia, der Hauptstadt Apuliens. Ein einziges unbeschreibliches Toilettenhaus und keine regelm\u00e4\u00dfige Wasserversorgung sind das Kennzeichen des gr\u00f6\u00dften europ\u00e4ischen Fl\u00fcchtlingsghettos. Inzwischen wohnen dort saisonal unterschiedlich gesch\u00e4tzt \u00fcber 8000 Menschen vorwiegend aus west- und ostafrikanischen L\u00e4ndern. L\u00e4den und &#8222;Restaurants&#8220; haben sich etabliert. Die Moschee und die Kirche sind gut besucht. Hunderte ausgeschlachtete Autowracks s\u00e4umen die Bretter- und Plastikplanenverschl\u00e4ge und dahinter t\u00fcrmen sich M\u00fcllberge. Wenn sie brennen, bei\u00dft schwarzer Rauch in den Augen. Die Mafia baut immer mehr kleine H\u00fctten ohne Wasser, Strom und Heizung und vermietet sie teuer an neue Angekommene. Das Ghetto ist eine unersch\u00f6pfliche Quelle f\u00fcr Ausbeutung. Abenteuerliche Schrottautos fahren durch das Lager, laden Tagel\u00f6hner ein, kassieren sie ab und bringen sie auf die weit entfernten Felder.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"578\" src=\"https:\/\/oeko-und-fair.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Borgo-Mezzanone2026.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10702\" srcset=\"https:\/\/oeko-und-fair.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Borgo-Mezzanone2026.jpg 1024w, https:\/\/oeko-und-fair.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Borgo-Mezzanone2026-300x169.jpg 300w, https:\/\/oeko-und-fair.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Borgo-Mezzanone2026-768x434.jpg 768w, https:\/\/oeko-und-fair.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Borgo-Mezzanone2026-150x85.jpg 150w, https:\/\/oeko-und-fair.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Borgo-Mezzanone2026-600x339.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es f\u00e4llt auf, dass Viele die katastrophalen Zust\u00e4nde nur mit Drogen ertragen und sich selbst aufgegeben haben. Der Gang unserer Reisegruppe durch die Behausungen zusammen mit Yvan Sagnet ist im Vergleich zu anderen Ghettos aber relativ ungef\u00e4hrlich. Die M\u00e4nner sind aufgeschlossen und neugierig, fragen danach, warum wir Wei\u00dfe der H\u00f6lle einen Besuch abstatten. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Es geht noch schlimmer: Ghetto Rignano<\/h2>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am Fu\u00df des Gargano ist das Camp mit 500 M\u00e4nnern &#8222;bewohnt&#8220;, deutlich kleiner, aber auf einem Acker fernab jeder Siedlung entstanden. Bei Regen ein einziges Schlammloch. Die Regierung hat sich zur\u00fcckgezogen und Medizin-Container und Hilfszelt funktionslos zur\u00fcckgelassen. Eine &#8222;Dusche&#8220; aus Brettern und Blech zusammengenagelt aber ohne Wasser. Das muss jeder im Eimer selbst mitbringen, wenn das Regenfass noch gef\u00fcllt ist. Entsprechend aggressiv sind die M\u00e4nner, wenn wir das Lager betreten. Selbst Yvan Sagnet, der laufend Menschen aus dem Ghetto holt und ihnen regul\u00e4re Arbeitsvertr\u00e4ge und ordentliche Unterkunft anbietet, betritt das Ghetto nur in Begleitung. St\u00e4ndig fahren die sog. &#8222;Vorarbeiter&#8220; in ihren Schrottautos raus und rein, holen die Tagel\u00f6hner zur Arbeit ab und bringen sie wieder zur\u00fcck. Ein schwarzer Fahrer h\u00e4lt an und fragt, ob wir Arbeit haben. Er bietet mir sehr billige Arbeiter an. Mafia!<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\"><div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"515\" height=\"686\" src=\"https:\/\/oeko-und-fair.de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Badezimmer-rotated.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10461\" srcset=\"https:\/\/oeko-und-fair.de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Badezimmer-rotated.jpg 515w, https:\/\/oeko-und-fair.de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Badezimmer-225x300.jpg 225w, https:\/\/oeko-und-fair.de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Badezimmer-113x150.jpg 113w, https:\/\/oeko-und-fair.de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Badezimmer-450x600.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 515px) 100vw, 515px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Die sanit\u00e4re Anlage<\/figcaption><\/figure>\n<\/div><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Casa Betania<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das erste 2019 gegr\u00fcndete Haus der W\u00fcrde in Serra Marina &#8222;Casa Betania&#8220; beherbergt bis zu 30 M\u00e4nner aus allen Teilen Afrikas, die tags\u00fcber in der Umgebung Arbeit in den Gem\u00fcse- und Obstplantagen oder inder Konservenfabrik haben. Die meisten k\u00f6nnen die Felder mit dem Fahrrad erreichen, einige werden mit dem 9-Sitzer gefahren. Es gibt eine K\u00fcche, Dusche, Toilette, Schlafr\u00e4ume und einen Kraftraum f\u00fcr die Fitness. Seit die Regierung Moudas Job bei der Stadt Matera als Integrationsberater gestrichen hat, ist er als &#8222;Hausmeister&#8220; nicht mehr da, sondern jobt in Norditalien, um seine 7 Jahre ununterbrochene Arbeitszeit f\u00fcr sein dauerhaftes Bleiberecht nicht zu gef\u00e4hrden. Sein Fehlen sieht man jetzt in allen Ecken des Hauses. Schon wieder m\u00fcssen die Toiletten erneuert werden. Die Kirche als Tr\u00e4ger ist ohne Unterst\u00fctzung des Staates nicht mehr in der Lage, die Kosten f\u00fcr Energie und Renovierung allein zu tragen. Don Antonio, der sich in einem Gebiet so gro\u00df wie Oberbayern um die Integration von Gefl\u00fcchteten k\u00fcmmern muss, bittet uns wieder um finanzielle Hilfe. Wir haben ihm aus dem Spendentopf 5000\u20ac \u00fcberwiesen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Il progetto dei fichi<\/h2>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\"><div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/oeko-und-fair.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Don-Antonio-Polidoro-rotated-e1776160934526.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10704\" srcset=\"https:\/\/oeko-und-fair.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Don-Antonio-Polidoro-rotated-e1776160934526.jpeg 768w, https:\/\/oeko-und-fair.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Don-Antonio-Polidoro-rotated-e1776160934526-225x300.jpeg 225w, https:\/\/oeko-und-fair.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Don-Antonio-Polidoro-rotated-e1776160934526-113x150.jpeg 113w, https:\/\/oeko-und-fair.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Don-Antonio-Polidoro-rotated-e1776160934526-450x600.jpeg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Don Antonio Polidoro auf der Feigenplantage<\/figcaption><\/figure>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\"><div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/oeko-und-fair.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Odion-Abigal-und-Osaretin-Eziegbe-Success-rotated-e1776160918975.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10703\" srcset=\"https:\/\/oeko-und-fair.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Odion-Abigal-und-Osaretin-Eziegbe-Success-rotated-e1776160918975.jpeg 768w, https:\/\/oeko-und-fair.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Odion-Abigal-und-Osaretin-Eziegbe-Success-rotated-e1776160918975-225x300.jpeg 225w, https:\/\/oeko-und-fair.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Odion-Abigal-und-Osaretin-Eziegbe-Success-rotated-e1776160918975-113x150.jpeg 113w, https:\/\/oeko-und-fair.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Odion-Abigal-und-Osaretin-Eziegbe-Success-rotated-e1776160918975-450x600.jpeg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Odion Abigal und Osaretin Eziegbe Success<\/figcaption><\/figure>\n<\/div><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ebenfalls unter der Leitung von Don Antonio steht das Feigenprojekt. Es ist eines von wenigen Integrationsprojekten speziell f\u00fcr alleinerziehende Frauen und Familien mit Kindern. Sie sind besonders verletzlich und deswegen ist es wichtig, Perspektiven f\u00fcr ein dauerhaftes Leben zu schaffen. Don Antonio hat deswegen eine Genossenschaft gegr\u00fcndet, um Frauen Arbeit und Auskommen mit dem Anbau und der Verarbeitung von Feigen zu geben. Ein Bauer hat sein Feld zur Verf\u00fcgung gestellt, die Kirche unterh\u00e4lt Wohnungen, die Kinder werden beaufsichtigt und gehen zur Schule, w\u00e4hrend die Frauen die Plantage bepflanzen, pflegen und ernten. Die Feigenb\u00e4ume sind noch klein, die erste Ernte f\u00fcr die geplante Verarbeitung ist erst in einem Jahr zu erwarten. Bis dahin sind Kosten f\u00fcr Lebensmittelgutscheine, Strom, Gas und Bildung zu bestreiten. Die Kinder umarmen Don Antonio und klammern sich an seine Beine. Er hat auch immer ein paar S\u00fc\u00dfigkeiten dabei. Wir m\u00fcssen aber erkennen, dass er ganz allein angesichts der riesengro\u00dfen Probleme auf verlorenem Posten steht. Es br\u00e4uchte staatliche Unterst\u00fctzung und keine Behinderungen, viele gleichgesinnte Helfer und Millionen Euro um wirklich etwas zu bewegen. Stattdessen k\u00f6nnen wir ihm nur in sehr begrenztem Ma\u00df helfen. Wo sind die Gro\u00dfspender*innen, die Gutes tun m\u00f6chten. Wir wissen, wo \u00fcbersch\u00fcssiges Geld sinnvoll eingesetzt werden kann.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ein neues &#8222;Haus der W\u00fcrde&#8220; in Corigliano<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Zusammenarbeit zwischen NoCap und der \u00d6lm\u00fchle La Molazza ist eine neue Unterkunft gegr\u00fcndet worden. Leider konnten wir wegen eines kurzen Krankenhausaufenthalts in Foggia diese Lokalit\u00e4t diesmal noch nicht besuchen. Wir m\u00fcssen bis zum n\u00e4chsten Mal warten. Aber wir wissen schon jetzt, dass auch f\u00fcr dieses Geb\u00e4ude Geld f\u00fcr die Renovierung und Ausstattung notwendig ist. Wir werden den Spendentopf erneut umdrehen und hoffen, dass noch ein paar tausend Euro herausfallen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Betreuung k\u00f6rperlich und psychisch besonders vulnerabler Personen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gianantonio Ricci, der Leiter des Projekts &#8222;<strong>Spartacus<\/strong>&#8220; machte uns auf ein zunehmendes Problem aufmerksam. Wegen der perspektivlosen Lage zigtausender von Migranten wachsen die psychischen Probleme, Depressionen und Traumata aus der Zeit der Flucht. Diese Menschen werden vollkommen allein gelassen. Es gibt kein staatliches Programm, das sich mit solchen F\u00e4llen befasst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Gianantonio hat uns in einer ausf\u00fchrlichen Email dazu geschrieben:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>F\u00e4lle k\u00f6rperlicher und psychischer Fragilit\u00e4t sind unter Migranten h\u00e4ufig. Bereits im Dezember 2024 musste unser Projekt Seeady Jeng aufnehmen, einen jungen Mann aus Gambia (geboren 1998), der unter einer Br\u00fccke in einer Kartonh\u00fctte in Rossano-Corigliano lebte.<\/em> W<em>ir haben ihn in unserem Haus in Corigliano aufgenommen. Seeady hatte keinerlei Dokumente und konnte nat\u00fcrlich nicht arbeiten. Er half uns im Haushalt, w\u00e4hrend wir f\u00fcr seine Verpflegung und Grundbed\u00fcrfnisse aufkamen.<\/em> <em>Nach und nach konnten wir alle seine Dokumente beschaffen. Daf\u00fcr mussten wir ihn nach San Ferdinando bringen, damit ich ihn direkt betreuen konnte. Mit Hilfe unserer Anw\u00e4ltin konnten wir schlie\u00dflich alles regeln, und seit Oktober 2025 verf\u00fcgt Seeady \u00fcber vollst\u00e4ndige Papiere und kann arbeiten.<\/em> <em>Seeady ist jedoch eine fragile und wenig angepasste Person: Analphabet, sehr jung ausgewandert usw. \u2013 psychisch wirkt er etwas wie ein Kind, dem man st\u00e4ndig sagen muss, was zu tun ist und das man nicht allein lassen kann, weil es sonst orientierungslos umherirrt. Das Leben in unseren Arbeitsteams tut ihm gut und gibt ihm Stabilit\u00e4t.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Leider ist es selbst f\u00fcr Menschen, die sich als progressiv bezeichnen, schwer zu verstehen, dass vulnerable Personen vor allem Menschlichkeit brauchen \u2013 noch vor allem anderen, sogar vor Nahrung brauchen sie ein Dach \u00fcber dem Kopf und eine \u201eFamilie\u201c, bei der sie sein k\u00f6nnen. Doch es liegt offenbar in der menschlichen Natur, Regeln \u00fcber Menschen zu stellen. Nicht umsonst kritisierte Jesus die Pharis\u00e4er so stark, weil sie im Namen von Regeln die Menschen verga\u00dfen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Genau das ist mit Seeady passiert: Im November 2025 wurde er aus seiner Unterkunft hinausgeworfen, weil er angeblich zu viel Marihuana rauchte und ein Problem darstellte. Ich musste sehr energisch intervenieren, um zu verhindern, dass er wie ein Hund auf die Stra\u00dfe gesetzt wird. Man gab mir drei Tage Zeit, und dank einer gl\u00fccklichen F\u00fcgung konnte ich ein kleines Haus in Nicotera Marina finden, in dem er unterkommen konnte.<\/em> <em>Seit Ende November 2025 haben wir als Spartacus dieses kleine Haus in Nicotera Marina f\u00fcr Seeady \u2013 was nat\u00fcrlich zus\u00e4tzliche Kosten verursacht.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Inzwischen, da wir st\u00e4rker in der Zeltstadt pr\u00e4sent sind, sind weitere F\u00e4lle hinzugekommen: ein junger Mann, der so schwer geschlagen wurde, dass er nicht mehr richtig gehen oder seine H\u00e4nde benutzen kann; ein anderer mit schwerer Diabetes; ein weiterer, der sich bei einem Fahrradsturz das Bein gebrochen hat und mit Gips nicht in die Zeltstadt zur\u00fcckkehren kann.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Es ist offensichtlich, dass das Zeltlager in San Ferdinando eine Art \u201eH\u00f6lle\u201c ist, in der viele Menschen physische und psychische Probleme entwickeln. Ebenso offensichtlich ist, dass es vor Ort keine Organisation gibt (au\u00dfer uns, die es zumindest versuchen), die sich um besonders schutzbed\u00fcrftige Personen k\u00fcmmert.<\/em> <em>F\u00fcr diese Menschen reicht es nicht, ein Rezept auszustellen oder ein Bein einzugipsen: Sie haben kein Geld f\u00fcr Medikamente, kein Dach f\u00fcr die Genesung und oft nicht einmal genug zu essen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-vivid-red-color has-text-color has-link-color wp-elements-4d272c7dc5dbfce58d402c3fad0f9127 wp-block-paragraph\"><em>Daher sind wir als Spartacus zu der \u00dcberzeugung gelangt, dass wir selbst die Kapazit\u00e4ten schaffen m\u00fcssen \u2013 also eine Unterkunft sowie personelle und materielle Ressourcen, um vulnerable Menschen zu unterst\u00fctzen, bis spezialisierte Einrichtungen gefunden werden, die sie aufnehmen k\u00f6nnen.<\/em> <em>Dieses Projekt ist nat\u00fcrlich kostenintensiv, aber vielleicht k\u00f6nnt ihr uns helfen, passende Unterst\u00fctzer zu finden. Wenn ihr uns Hinweise gebt, an wen wir uns wenden k\u00f6nnen, sind wir bereit, das Projekt auszuarbeiten, Gespr\u00e4che zu f\u00fchren und entsprechende Antr\u00e4ge zu schreiben.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Ja, auch wir sind auf der Suche nach einem Ausbau des Crowdfunding. Wo sind die Gro\u00dfspender*innen, die ihr Geld gern sinnbringend einsetzen wollen? Bitte melden!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Rosarno und San Ferdinando<\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"895\" height=\"768\" src=\"https:\/\/oeko-und-fair.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Tendopoli.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10705\" srcset=\"https:\/\/oeko-und-fair.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Tendopoli.jpg 895w, https:\/\/oeko-und-fair.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Tendopoli-300x257.jpg 300w, https:\/\/oeko-und-fair.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Tendopoli-768x659.jpg 768w, https:\/\/oeko-und-fair.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Tendopoli-150x129.jpg 150w, https:\/\/oeko-und-fair.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Tendopoli-600x515.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 895px) 100vw, 895px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Luftbild zeigt das Ghetto <strong>Tendopoli <\/strong>(Zeltstadt) \u00f6stlich von San Ferdinando. Nur 2 Kilometer vom wundersch\u00f6nen Sandstrand entfernt ist hier die H\u00f6lle. Das Gel\u00e4nde ist eingez\u00e4unt, es hat keine sanit\u00e4ren Anlagen mehr, weil sich der Staat zur\u00fcckgezogen hat. Der M\u00fcll wird nur \u00fcber den Zaun geworfen und oft angez\u00fcndet. Gekocht wird auf brennenden Autoreifen. Hier leben die Abgeh\u00e4ngten, Kranken, Depressiven und warten auf das Wunder, das nicht kommt. Sie haben die Odysse durch die Sahara, Folter in libyschen Gef\u00e4ngnissen und das Mittelmeer \u00fcberlebt. Doch das Elend, das sie jetzt in Europa erleben, ist der H\u00f6hepunkt ihrer Leiden. Das Schlimmste: Es gibt keinen Weg mehr zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Einmal pro Woche kommt ein Fahrzeug und bringt die allern\u00f6tigste \u00e4rztliche Versorgung und die Caritas erfasst Personalien, verteilt Post und ber\u00e4t \u00fcber die kleinen Schritte der Integration. Wer hier leben muss, der wird nicht gesund. TBC wird st\u00e4ndig diagnostiziert, Verletzungen k\u00f6nnen bei fehlender Hygiene nicht heilen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier ist das Einsatzgebiet von <strong>Spartacus <\/strong>und Gianantonio. Hier holt er immer wieder Menschen aus dem Ghetto, verschafft ihnen Papiere, gibt ihnen einen Arbeitsvertrag mit fairem Lohn bei Orangenbauern und eine saubere Unterkunft in der Stadt. Aber es immer viel zu wenig, weil Geld fehlt. Unterst\u00fctzt wird er seit einem Jahr von Jacob Attah aus Ghana. Er war selbst Bewohner dieses Ghettos, hat sich aber selbst befreit und die Organisation <strong>afroworld <\/strong>gegr\u00fcndet. Sein Ziel ist, m\u00f6glichst viele Landsleute zu beraten, wie sie an Papiere, Wohnung und Arbeit kommen. Seit letztem Monat teilt er sich in der Gemeindeverwaltung zusammen mit Caritas ein B\u00fcro, in dem er endlich arbeiten kann. Wir haben ihn letzten Winter mit Geld und Laptop unterst\u00fctzt, damit er afroworld aufbauen kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es sind diese kleinen Initiativen, die uns die Hoffnung geben, dass sich an der katastrophalen Situation der Gefl\u00fcchteten langsam etwas bessert. Aber so lange die europ\u00e4ischen Regierungen Milliarden f\u00fcr die Abwehr von Migranten ausgeben, anstatt Integration zu f\u00f6rdern, wird es f\u00fcr NGOs und Private eine Sisyphusarbeit bleiben. Die Schande Europas, der Verfall christlicher Werte, sie k\u00f6nnen hier im S\u00fcden von Italien t\u00e4glich besichtigt werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\">Danke, dass Du bis zu Ende gelesen hast. Denn jetzt bitten wir wieder einmal um gro\u00dfz\u00fcgige Spenden &#8211; nach oben keine Grenze. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\">Hier gehts zur Spendenseite: <br><a href=\"https:\/\/nocap.oeko-und-fair.de\/campaigns\/crowdfunding\/donate\/\">https:\/\/nocap.oeko-und-fair.de\/campaigns\/crowdfunding\/donate\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-buttons is-content-justification-center is-layout-flex wp-container-core-buttons-is-layout-fe48e5de wp-block-buttons-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-button\"><a class=\"wp-block-button__link has-white-color has-vivid-red-background-color has-text-color has-background has-link-color wp-element-button\" href=\"https:\/\/nocap.oeko-und-fair.de\/campaigns\/crowdfunding\/donate\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><strong>JETZT SPENDEN<\/strong><\/a><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"> <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8230;wieder einmal \u00fcber unsere Hilfprojekte f\u00fcr Gefl\u00fcchtete, Angekommene aber leider nicht Willkommene in S\u00fcditalien, die wir unter dem Begriff NoCap unterst\u00fctzen, so gut wir k\u00f6nnen. In der Karwoche sind wir mit einer kleinen Reisegruppe aufgebrochen um das Lager Casa Sankara und zwei Ghettos in San Severo, H\u00e4user der W\u00fcrde in Serra Marina und Terzo Cavone, die vergessene Zeltstadt Tendopoli in San Ferdinando und selbstverst\u00e4ndlich auch wieder Riace, das Dorf des Willkommens und seinen legend\u00e4ren B\u00fcrgermeister\u2026<\/p>\n<p> <a class=\"continue-reading-link\" href=\"https:\/\/oeko-und-fair.de\/?p=10698\"><span>weiterlesen&#8230;<\/span><i class=\"crycon-right-dir\"><\/i><\/a> <\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":10183,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-10698","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/oeko-und-fair.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10698","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/oeko-und-fair.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/oeko-und-fair.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/oeko-und-fair.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/oeko-und-fair.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=10698"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/oeko-und-fair.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10698\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10715,"href":"https:\/\/oeko-und-fair.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10698\/revisions\/10715"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/oeko-und-fair.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/10183"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/oeko-und-fair.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=10698"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/oeko-und-fair.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=10698"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/oeko-und-fair.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=10698"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}