{"id":10056,"date":"2025-03-12T15:19:23","date_gmt":"2025-03-12T14:19:23","guid":{"rendered":"https:\/\/oeko-und-fair.de\/?p=10056"},"modified":"2025-03-13T12:44:04","modified_gmt":"2025-03-13T11:44:04","slug":"fastenzeit-im-haus-sankara","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/oeko-und-fair.de\/?p=10056","title":{"rendered":"Fastenzeit im Haus Sankara"},"content":{"rendered":"\n<p>Wir haben in der Faschingswoche mit einer 9-k&ouml;pfigen Reisegruppe wieder alle unsere Hilfsprojekte in Italien besucht. Die erste Station war Casa Sankara, das autonome Container-Camp in der N&auml;he von Foggia\/Apulien, in dem zeitweise bis zu 500 gefl&uuml;chtete Afrikaner leben und sich mit Arbeit und Lernen auf ihre Integration in Italien vorbereiten k&ouml;nnen. Die Bewohner sind haupts&auml;chlich Muslims aber auch Christen. Beide Religionen leben weitgehend friedlich miteinander, soweit es die Not und die Enge zulassen. Es sind eher ethnische Differenzen, die manchmal zu Auseinandersetzungen zwischen den jungen M&auml;nnern f&uuml;hren, denn sie kommen aus L&auml;ndern mit B&uuml;rgerkriegen. Eine selbstgebaute ger&auml;umige Holzh&uuml;tte ist gleichzeitig Kirche und Moschee. Die M&auml;nner haben die Sahara durchquert, viele Tote am Wegrand liegen sehen, Folter in Libyens Gef&auml;ngnissen erlitten und sie sind mit viel Gl&uuml;ck nicht im Mittelmeer ertrunken. Viele sind den unbeschreiblichen, mafiakontrollierten Ghettos in Italien entkommen, wo sie ausgebeutet wurden und unter Plastikplanen schliefen. Jetzt sind sie tief entt&auml;uscht von der Fremdenfeindlichkeit Europas, dass sie mit ihrem Elend alleingelassen werden und unsichtbar bleiben. Sie sehen, dass Europa mit viel Geld und Gewalt nur seine Grenzen sch&uuml;tzt aber nicht die Menschenrechte. Casa Sankara bietet Arbeitspl&auml;tze in der eigenen Gem&uuml;se-Landwirtschaft, unterst&uuml;tzt Sprachunterricht, gibt juristischen Beistand und bereitet die Bewohner auf ein selbst&auml;ndiges Leben vor.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir haben erlebt, wie viel Hoffnung diese Menschen in uns Besucher setzen, damit wir ihre prek&auml;ren Lebensumst&auml;nde &ouml;ffentlich machen und die Politik zur Vernunft bringen. Wir tun was wir k&ouml;nnen. Aber tun wir das wirklich? K&ouml;nnen wir nicht viel mehr? Wir stellen uns diese Frage t&auml;glich nicht nur mit einem Blick auf das Spendenbarometer, sondern auch in Hinblick auf die Bereitschaft der Menschen, nur noch faire Produkte zu konsumieren, anstatt mit Billligprodukten aus dem Supermarkt die Ausbeutung zu f&ouml;rdern.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit einer Aktion zusammen mit der <em>Karawane der Menschlichkei<\/em>t und den <em>Waldviertler Werkst&auml;tten<\/em> haben wir es im letzten Jahr endlich geschafft, dem Camp eine Trinkwasserversorgung mit Brunnen, Pumpe, Leitungen und Wasserspeicher f&uuml;r die Gro&szlig;k&uuml;che zu finanzieren. Am 1. M&auml;rz, am Tag unserer Ankunft begann der Ramadan, der Fastenmonat der Muslime. Wir hatten gehofft, bei unserem Besuch bereits die K&uuml;chennutzung zu erleben. Aber Herv\u00e9 sagte uns, dass sie die K&uuml;che erst am Ende des Ramadan mit einem gro&szlig;en Fastenfest einweihen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie haben gesehen, dass Menschen, denen es fern der Heimat an allem fehlt, was wir unter Lebensgrundlagen verstehen, f&uuml;r die Hunger und Entbehrung t&auml;gliche Begleiter sind, obendrein noch fasten k&ouml;nnen und aus ihrem tiefen Glauben heraus auch wollen. Kein Vergleich zu unserer Fastenzeit, in der wir &#8211; wenn &uuml;berhaupt &#8211; vielleicht ein paar Tage lang weniger Alkohol trinken. Von Besinnung auf das Wesentliche, auf Bescheidenheit und Zufriedenheit in der Fastenzeit kann bei uns aus Gr&uuml;nden des Glaubens l&auml;ngst keine Rede mehr sein. Eine Tablette gegen den Kater am Aschermittwoch und weiter geht&#8217;s wie immer. Unser Wohlstand macht uns blind f&uuml;r das wirklich Wichtige!<\/p>\n\n\n\n<p>Das Gl&uuml;ck, nach vielen Jahren nun endlich frisches und sauberes Wasser zu haben, ist f&uuml;r die Menschen in Casa Sankara ein gro&szlig;er Luxus. Es g&auml;be noch viel mehr M&ouml;glichkeiten um zu unterst&uuml;tzen. Eine davon ist, unser NoCap-Crowdfunding weiter zu betreiben, mit Veranstaltungen, Vortr&auml;gen und Filmgespr&auml;chen zu bewerben und den Spendentopf f&uuml;r solche Projekte wie die Wasserversorgung von Zeit zu Zeit zu verteilen. &Uuml;ber 97.000 \u20ac haben wir im Lauf der letzten 6 Jahre gesammelt und an 15 verschiedene Projekte verteilt. Wir wollen jetzt die Hunderttausend &uuml;berschreiten, denn es gibt unendlich viel Bedarf!<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-buttons has-white-background-color has-background is-content-justification-center is-layout-flex wp-container-corebuttons-is-layout-16018d1d wp-block-buttons-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-button\"><a class=\"wp-block-button__link has-white-color has-vivid-red-background-color has-text-color has-background has-link-color wp-element-button\" href=\"https:\/\/nocap.oeko-und-fair.de\/campaigns\/crowdfunding\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Jetzt spenden<\/a><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><a href=\"https:\/\/nocap.oeko-und-fair.de\">https:\/\/nocap.oeko-und-fair.de<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Mbaye, Mitbegr&uuml;nder des Casa Sankara zeigt unserer Reisegruppe voller Stolz die Zisternen hinter dem K&uuml;chengeb&auml;ude.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"831\" height=\"486\" src=\"https:\/\/oeko-und-fair.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Kopie-von-IMG_20250301_125920.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10058\" srcset=\"https:\/\/oeko-und-fair.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Kopie-von-IMG_20250301_125920.jpg 831w, https:\/\/oeko-und-fair.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Kopie-von-IMG_20250301_125920-300x175.jpg 300w, https:\/\/oeko-und-fair.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Kopie-von-IMG_20250301_125920-768x449.jpg 768w, https:\/\/oeko-und-fair.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Kopie-von-IMG_20250301_125920-150x88.jpg 150w, https:\/\/oeko-und-fair.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Kopie-von-IMG_20250301_125920-600x351.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 831px) 100vw, 831px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Im n&auml;chsten Beitrag berichten wir &uuml;ber das Feigenprojekt in Marone in der Gemeinde Tursi, ganz im S&uuml;den Kalabriens. Dort hat die Katholische Kirche mit viel Engagement ihres Pfarrers Don Antonio mit einem Joint Venture Projekt ein St&uuml;ck Land gepachtet, eine Feigenplantage angelegt und Frauen mit Kindern eine Unterkunft und Arbeitspl&auml;tze zur Selbstversorgung eingerichtet. Wir konnten dieses und ein weiteres Feigenprojekt bei Matera ebenfalls mit Spendengeldern unterst&uuml;tzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir haben in der Faschingswoche mit einer 9-k&ouml;pfigen Reisegruppe wieder alle unsere Hilfsprojekte in Italien besucht. Die erste Station war Casa Sankara, das autonome Container-Camp in der N&auml;he von Foggia\/Apulien, in dem zeitweise bis zu 500 gefl&uuml;chtete Afrikaner leben und sich mit Arbeit und Lernen auf ihre Integration in Italien vorbereiten k&ouml;nnen. Die Bewohner sind haupts&auml;chlich Muslims aber auch Christen. Beide Religionen leben weitgehend friedlich miteinander, soweit es die Not und die Enge zulassen. Es\u2026<\/p>\n<p> <a class=\"continue-reading-link\" href=\"https:\/\/oeko-und-fair.de\/?p=10056\"><span>weiterlesen&#8230;<\/span><i class=\"crycon-right-dir\"><\/i><\/a> <\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":10057,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-10056","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/oeko-und-fair.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10056","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/oeko-und-fair.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/oeko-und-fair.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/oeko-und-fair.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/oeko-und-fair.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=10056"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/oeko-und-fair.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10056\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10066,"href":"https:\/\/oeko-und-fair.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10056\/revisions\/10066"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/oeko-und-fair.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/10057"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/oeko-und-fair.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=10056"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/oeko-und-fair.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=10056"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/oeko-und-fair.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=10056"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}